Manchmal dauert es etwas länger. Das Drehbuch zum Film kursierte bereits viele Jahre in der Branche, bevor die Dreharbeiten 2021 in Berlin begonnen haben, und landete bereits 2009, als ich noch für den Filmeinkauf diverser Verleiher gearbeitet habe, auf meinem Schreibtisch. Ich konnte mich noch daran erinnern, weshalb ich auch keine große Lust hatte, mir den Film anzuschauen. Aber kurz nach dem Jahreswechsel war mir mal wieder nach einem Horrorfilm, und dies war noch einer der etwas besseren. Und zudem eine gute Ergänzung zu Nosferatu.
WeiterlesenNosferatu – Der Untote
Der übermäßige Erfolg des Films hat mich erstaunt, überhaupt kann man zurzeit das Publikumsverhalten nur sehr schwer einschätzen, Filme, die so gefällig sind, dass man davon überzeugt ist, sie werden Hits, floppen, während eher sperrige Arthausproduktionen plötzlich groß rauskommen. Vielleicht ist es die Sehnsucht nach etwas Anderem, nach einer neuen Form des Erzählens mit ausdrucksstarken Bildern und ungewohnten Perspektiven auf unsere Welt. Vielleicht auch nur eine besonders effektive Medienkampagne.
WeiterlesenEmilia Pérez
Seit ihrer Uraufführung schlägt die Produktion Wellen in der Filmwelt, wurde gefeiert und verrissen, zum Spielball anti-liberaler Politik und zuletzt Opfer einer Schmierenkampagne, die erneut einen ekelhaften Schmutzfleck auf den Oscars hinterlässt. Unsere Welt ist ein beklagenswerter Ort geworden, und man möchte am liebsten seine Tage im Bett verbringen, die Decke über den Kopf ziehen und von den friedlicheren, hoffnungsvollen Neunzigern träumen.
WeiterlesenThe Zone of Interest
Wenn ich mir unser Land und die Welt gerade ansehe, frage ich mich, ob wir in den vergangenen Jahrzehnten zu viele oder eher zu wenige Filme, Serien und Dokus über den Holocaust produziert haben. Falls es zu viele waren, könnte es beim Publikum zu einem Überdruss geführt haben, dann will man von der schwierigen Vergangenheit nichts mehr sehen oder hören. Waren es zu wenige, würde es einige Probleme erklären, die wir zurzeit haben. Vielleicht haben aber auch nur die falschen Leute diese Produktionen gesehen, nämlich jene, die ohnehin politisch aufgeklärt durchs Leben gehen, während die, die diese Form der Aufklärung gebraucht hätten, sich erfolgreich wegducken konnten.
WeiterlesenMärz
Neuer Monat, neue Filme. Ich bin immer noch nicht dazu gekommen, alle Februar-Filme zu sehen, und schon warten zahlreiche weitere Produktionen darauf, entdeckt zu werden. Es sind überraschend viele aus dem Arthouse-Segment dabei sowie ein paar ungewöhnliche Titel und ein paar Wild-Cards.
WeiterlesenDer Graf von Monte Christo
Dieser Roman des Vielschreibers Alexandre Dumas, der große Teile seines rund sechshundert Titel umfassenden Oeuvres übrigens in einer „Schreibfabrik“ von fleißigen Lohnschreibern verfassen ließ, gehört zu den beliebtesten Stoffen der Literaturgeschichte und wurde bereits über zwei Dutzend Mal verfilmt, allein siebenmal zwischen 1908 und 1929. Einige erinnern sich vielleicht an den Klassiker mit Jean Marais von 1954 oder die Version mit Richard Chamberlain, die zwanzig Jahre später entstand, oder den Film mit James Caviezel von 2002. Es gab auch einige Fernsehserien und modernde, freiere Adaptionen. Vermutlich kennt jeder die Geschichte.
WeiterlesenDie drei Musketiere: Milady
Früher war es völlig normal, einen epischen Stoff auf mehrere Filme aufzuteilen, irgendwann ist das dann schließlich aus der Mode geraten, um nun wieder aufgegriffen zu werden. Was u.a. Tom Cruise mit seinem jüngsten Mission Impossible-Abenteuer recht ist, kann den Franzosen nur billig sein. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass der erste Teil der Romantrilogie von Dumas eine so ausufernde Handlung besitzt, dass man sie unmöglich in einen Film packen kann.
WeiterlesenDie drei Musketiere: D’Artagnan
Letzten Herbst habe ich auf Wow Mary & George gesehen, ein etwas krudes und leider sehr langweiliges Historiendrama über George Villiers, Günstling und Liebhaber von King James, und seine Mutter Mary. Jedenfalls passte es ganz gut, im Anschluss die beiden Musketier-Filme anzuschauen, in denen Villiers ebenfalls auftaucht. Wenn man schon mal in dieser Epoche ist.
WeiterlesenDie Schwester der Braut
Es wird seit Jahren immer schwieriger, Filme zu finden, die einen wirklich interessieren, geschweige denn begeistern. Vielleicht hat sich mein Geschmack gewandelt, vielleicht habe ich inzwischen zu viele Filme gesehen und bin mit zu vielen Plotmustern vertraut, vielleicht hat das Fernsehen bzw. Streaming in den letzten Jahren einfach die besseren Geschichten erzählt (wobei ich denke, dass das „goldene Zeitalter des Fernsehens“ bereits vorbei ist, aber das ist ein anderes Thema).
WeiterlesenCompanion – Die perfekte Begleitung
Normalerweise bin ich ein großer Fan von Trailern, schließlich sind sie das perfekte Instrument, um eine Produktion zu bewerben, den Zuschauer neugierig zu machen und in ihm das Verlangen zu schüren, diesen Film unbedingt und möglichst sofort anschauen zu wollen. Doch wenn sie schlecht gemacht sind oder zu viel verraten, können sie leider auch das genaue Gegenteil bewirken.
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