The Piano Tuner

Als die Produktion Anfang des Jahres auf der Münchner Filmmesse vorgestellt wurde, haben mich die gezeigten Szenen sofort angefixt. Das lag nicht nur an einem gut aufgelegten Dustin Hoffman in einer ziemlich witzigen Szene, sondern auch an einem Helden mit einem ungewöhnlichen Talent. Nun läuft der Film relativ erfolgreich im Kino, und wir haben ihn uns angesehen.

Weiterlesen

Empire of Light

1999 war ein aufregendes Kinojahr, von dem viele behaupten, es sei eines der besten in der gesamten Filmgeschichte. Tatsächlich sind in dem Jahr eine Menge großartiger Produktionen in unsere Kinos gekommen, beispielsweise Matrix, Notting Hill oder The Sixth Sense. Der Oscar für den Besten Film ging allerdings an American Beauty, und auch sein Regisseur Sam Mendes erhielt die begehrte Trophäe für seine Arbeit. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass dies sein Kinodebüt war.

Weiterlesen

The Favourite – Lügen und Intrigen

Als großer Fan historischer Stoffe wäre diese Geschichte eigentlich ein Leckerbissen für mich gewesen. Nur hat mir der Trailer überhaupt nicht gefallen, und trotz der guten, mitunter sogar euphorischen Kritiken und dem Oscargewinn hatte ich nicht die geringste Lust, ihn mir anzuschauen. Zum großen Teil lag das an der Inszenierung Queen Annes als hilfloses und geistig minderbemitteltes Spielzeug ihrer Günstlinge, die eine zeitgenössische Schmutzkampagne aufgreift, die lange Zeit das Bild der Monarchin geprägt hat, inzwischen aber schon lange als überholt gilt. Historisch korrekt wirkte das alles nicht und war zudem noch allzu überdreht und irgendwie billig inszeniert.

Weiterlesen

Savage House

Normalerweise kann ich bei einem Historienfilm nie Nein sagen, aber seit einigen Jahren kommen wieder vermehrt Filme auf den Markt, die einen dermaßen angestrengten künstlerischen Willen an den Tag legen, dass mir häufig schon bei der Sichtung des Trailers die Lust darauf vergeht. Auch früher hat es künstlerisch überambitionierte Projekte gegeben, Barry Lyndon etwa oder Der Kontrakt des Zeichners, die aber bei aller Künstlichkeit eine starke Substanz hatten und mit viel Raffinesse inszeniert waren.

Weiterlesen

Project Almanac

Jules Verne, einer der Väter der Science-Fiction, hat sicherlich den bekanntesten und einen der frühesten Romane über Zeitreisen geschrieben, der bereits zweimal verfilmt wurde. Interessanterweise reist der Held darin in die Zukunft, was H.G. Wells Gelegenheit zu etwas Gesellschaftskritik gegeben hat, während die meisten anderen Geschichten eher von einer Reise in die Vergangenheit handeln. Woher er seine Idee hatte, weiß ich nicht, aber ein wenig erinnert dieses Überspringen von Jahrhunderten an die alten Sagen, in denen Menschen in einer verwunschenen Höhle einschlafen und in ferner Zukunft wieder aufwachen.

Weiterlesen

Masters of the Universe

Wer mich kennt, weiß, das ist genau meine Sorte Film. Oder auch nicht. Tatsächlich hat mich diese Produktion nach den beliebten Actionfiguren aus den Achtzigern kein bisschen interessiert, bis es hieß, dass er richtig Spaß machen soll, weil er subversiv und witzig geschrieben sei. Auch der imdB-Wert ist nicht schlecht, und da ich grundsätzlich ein neugieriger Mensch bin, der gerne seinen Horizont erweitert, habe ich dem Film eine Chance gegeben. Hin und wieder sieht man ja ganz gerne einen eskapistischen Quatsch.

Weiterlesen

Juli

Ich war schon lange nicht mehr so häufig im Kino wie in den vergangenen zwei Wochen und habe mir sogar Filme angesehen, auf die ich nicht besonders neugierig war. Der Grund dafür waren natürlich die Hitze – und die angenehm klimatisierten Kinosäle. Außerdem kann man direkt dankbar dafür sein, dass heutzutage kaum eine Produktion eine Laufzeit von unter zwei Stunden besitzt, so darf man etwas länger im kühlen Dunkel verweilen.

Weiterlesen

The Iron Claw

Eigentlich sollte es im heutigen Beitrag um einen Martial-Arts-Klassiker namens Der Rikschamann gehen, den ich bei Prime Video entdeckt habe. Ich habe versucht, ihn mit anzuschauen, aber man merkt dem Film zu stark seine Herkunft aus der Blödelecke der Siebzigerjahre an, und die deutsche Synchronisation jener Zeit, die versucht hat, dem noch eins draufzusetzen, gibt ihm den Rest. Wer auf Kung Fu und Brachialkomödien à la Bud Spencer und Terrence Hill steht, mag daran vielleicht seine Freude haben, mir war das Ganze einfach viel zu blöd. Beschäftigen wir uns also stattdessen mit einem anderen Kampfsport.

Weiterlesen

City of Darkness

Kenji Tanigaki, der Regisseur von The Furious, hat als Stuntman und Action Designer begonnen und als solcher 2024 einen Martial-Arts-Film betreut, der seither auf meiner Watchlist stand. Ich kann mich noch daran erinnern, dass er uns auf einer Tradeshow vorgestellt wurde, aber nicht, ob er tatsächlich auch im Kino lief. Zumindest nicht in einem der Lichtspielhäuser, die ich aufsuche. Vor kurzem ist er jedoch auf Prime Video erschienen, und in Kombination mit The Furious hat sich eine Sichtung geradezu aufgedrängt.

Weiterlesen

The Furious

I put on Survivor just to watch somebody suffer, heißt es in Billie Eilishs Song TV, und das ist eine Geisteshaltung, die ich zurzeit gut nachvollziehen kann. Andere leiden zu sehen, hilft einem zwar nicht unbedingt, sich selbst besser zu fühlen, aber man ist in seinem Schmerz wenigstens nicht allein. Anstatt mir eine blöde Realityshow anzusehen, gehe ich jedoch lieber ins Kino und beobachte, wie sich ein paar Leute gegenseitig verkloppen, was immerhin den Vorteil hat, zu wissen, dass alles nur fiktiv ist.

Weiterlesen