Peeling inklusive

Vor einigen Jahren gab es in den Motels höchstens einen Muffin oder Donut zum Frühstück. Umso überraschter war ich, als wir heute Morgen eine große Auswahl an Bagels, Toast, Eiern, Bratkartoffeln und anderen typisch amerikanischen Frühstücksgerichten vorfanden. Sogar Obst gab es. Und frische Waffeln, die vermutlich noch mein Verderben sein werden.

Vor dem Frühstück nahmen wir außerdem zum ersten Mal an der Verlosung teil, um an eine Erlaubnis für the Wave zu kommen, jene farbenfrohe, wellenförmige Felsformation, für die Grand Stairs Escalante berühmt ist. Am Dienstag bewarben sich 115 Leute für die zehn Plätze, heute immerhin noch 79. Leider wurde relativ früh eine Sechsergruppe gezogen, so dass die Auslosung schnell vorbei war. Aber morgen haben wir eine weitere Chance.

Als wir das Gebäude verließen, stand unser Kleinwagen zwischen lauter riesigen Geländewagen und bekam gerade Komplexe. Wir sind definitiv nicht auf die Abenteuer hier in der Wildnis vorbereitet. Also Plan B: Wir versuchten, eine geführte Tour für das Wochenende zu buchen. Dummerweise waren sie alle ausgebucht. Allerdings besteht für Freitag eine Chance – wenn wir die Erlaubnis für South Coyote Buttes ergattern, das ist der kleine Bruder der Welle (das Wellchen? Westerwelle?). Also werden wir morgen den Vormittag damit verbringen, auf eine Bingo-Lostrommel zu starren und zu hoffen, dass unsere Nummer gezogen wird. Und das gleich zwei Mal.

SAM_5252SAM_5265Inzwischen war es Mittag, und wir fuhren zu den Toadstools, einer sehenswerten Felsformation am Highway zwischen Kanab und Page. Die kurze Wanderung dahin gestaltete sich allerdings recht abenteuerlich, denn mittlerweile war ein starker Wind aufgekommen (laut Wetterbericht mit Böen bis zu 70 kmh), der uns mit jeder Menge Staub und Sand bombardierte. Wanderung und Peeling inklusive, toll…

Die Landschaft entschädigte jedoch für so einiges, sogar für den Sand zwischen den Zähnen. Nach unserem Zwischenstopp fuhren wir weiter zur Glen Canyon National Recreation Area und zur Wahweap Marina. Viel kann man dort nicht unternehmen, nur ein wenig spazieren gehen oder schwimmen, aber die Aussicht ist fantastisch und das Wasser des Stausees tiefblau.

Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir an einem mexikanischen Restaurant vorbei und entschieden uns für ein frühes Abendessen: Chicken Avocado Tostada und Chimichangas (klingt lustig, schmeckt super und hat Ähnlichkeit mit einem Burrito).

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Mark G. & Pi Jay in La-La-Land 2013 von Pi Jay. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.

Über Pi Jay

Ein Mann des geschriebenen Wortes, der mit fünfzehn Jahren unbedingt eines werden wollte: Romanautor. Statt dessen arbeitete er einige Zeit bei einer Tageszeitung, bekam eine wöchentliche Serie - und suchte sich nach zwei Jahren einen neuen Job. Nach Umwegen in einem Kaltwalzwerk und dem Öffentlichen Dienst bewarb er sich erfolgreich an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Er drehte selbst einige Kurzfilme und schrieb die Bücher für ein halbes Dutzend weitere. Inzwischen arbeitet er als Drehbuchautor, Lektor und Dozent für Drehbuch und Dramaturgie - und hat bislang fünf Romane veröffentlicht.